Wie viele Besucher kann WordPress bewältigen?

Performance WordPress
Wie viele Besucher kann WordPress bewältigen?

WordPress ist seit vielen Jahren unangefochten das meist genutzte Content-Management-System am Markt. Über 40 % des gesamten Internets nutzen WordPress als Motor. Doch wie leistungsstark ist WordPress wirklich? Wir geben Einblicke aus dem Agentur-Alltag.

Marktführer WordPress

WordPress wurde im Jahre 2003 veröffentlicht. Damals noch als kleines Blog-System. Natürlich hat sich WordPress inzwischen deutlich weiterentwickelt. Dass das nicht in allen Köpfen angekommen ist, zeigt unser Artikel zu den häufigsten WordPress Mythen. Vereinzelt wird WordPress immer noch als System für Blogs oder kleine Webseiten betrachtet. Dass dem längst nicht mehr so ist, sollte eignetlich klar sein.

Beweis dafür, ist zum einen die extreme Verbreitung. Wie eingangs erwähnt, nutzen 40 % aller Webseiten im Internet WordPress. Das entspricht einem Marktanteil unter den Content-Management-Systemen von über 60 %. Und auch ein Blick auf die 5.000 größten Webseiten weltweit macht einiges deutlich: WordPress ist mit großem Abstand der Spitzenreiter. Ein Mini-CMS für kleine Blogs oder Webseites, ohne Skalierbarkeit und einen gewisssen Funktionsumfang hätte es bis hierhin wohl kaum schaffen können. Zum anderen gibt es etliche große Webseiten und Portale, von denen allgeminhin bekannt ist, dass sie auf WordPress setzen.

Wie leistungsstark ist WordPress denn jetzt nun?

Webseiten mit hohem Traffic-Aufkommen erfordern natürlich einige Vorkehrungen. Unabhängig, ob es sich dabei um WordPress handelt oder nicht. Bedeutet: eine gewisse Server-Leistung muss gegeben sein, ebenso wie Optimierungen in der Auslieferung — etwa ein Caching. Zudem ist es ein Unterschied, ob sich der gesamte Traffic in einem Monat gleichmäßig verteilt oder ob es zu Peaks kommt. Wenn sich z.B. 1 Mio Besucher am Tag gleichmäßig über 24 Stunden vertreilen würden, wäre das eine weniger große Last, als wenn sich die meisten dieser 1 Mio Besucher alle zwischen 10 und 18 Uhr auf der Webseiter tummeln. In der Regel findet keine gleichmäßige Verteilung statt, die Peaks müssen also abgefedert werden.

Grundsätzlich ist es so, dass WordPress keine Grenzen kennt. Es ist dem System also völlig gleichgültig, ob am Tag 10 Besucher oder 10 Mio Besucher die Webseite ansteuern. Und WordPress kann diese Besuchermengen auch ohne Probleme bewältigen. Ein paar wichtige Dinge gilt es aber zu beachten, damit das möglich ist.

Worauf es bei der Performance wirklich ankommt

In unserer täglichen Arbeit als WordPress-Agentur sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Nicht WordPress ist der Flaschenhals – sondern das Setup.

Ob eine Website 1.000, 100.000 oder mehrere Millionen Besucher im Monat verarbeiten kann, hängt maßgeblich von vier Faktoren ab:

  • Saubere technische Basis (schlankes Custom Theme statt Fertig-Theme vom Marktplatz)
  • Reduzierter und sinnvoller Plugin-Einsatz
  • Leistungsstarke Server-Infrastruktur
  • Professionelles Caching (z. B. WP Rocket + Redis)

Schauen wir uns diese Punkte im Detail an.

1. Schlankes Custom Theme statt aufgeblähter Baukastensysteme

Viele Performance-Probleme entstehen durch Page Builder Plugins wie Elementor oder überladene Multipurpose-Themes. Diese bringen oft:

  • unnötigen Code
  • viele CSS- und JavaScript-Dateien
  • komplexe Datenbankabfragen
  • unnötige Abhängigkeiten

Ein individuell entwickeltes, schlankes Custom Theme lädt nur das, was wirklich gebraucht wird. Kein Ballast, keine versteckten Prozesse im Hintergrund.

Gerade bei hohem Traffic ist das ein entscheidender Unterschied. Aber auch sonst raten wir von Fertig-Themes grundsätzlich ab. Wer eine WordPress Lösung sucht, die einer Enterprise Lösung in Hinblick auf Ladezeiten, Sicherheit und Unabhängigkeit in nichts nachsteht, kann nicht auf ein 50 Dollar-Template von irgendeinem Marktplatz greifen. So einfach ist das es dann doch nicht.

Theme und Plugins sind übrigens immer der größte Flachenhals. Wenn die Technik/Programmierung der Webseite nicht perfekt ist, nutzt auch der größte und beste Server nicht viel. Umgekehrt ist es so, dass eine technisch sehr gute Webseite auch auf einem schlechteren Hosting sehr performant laufen kann.

2. Wenige, gezielt eingesetzte Plugins

WordPress selbst ist sehr performant. Probleme entstehen häufig durch:

  • zu viele Plugins
  • schlecht programmierte Plugins
  • doppelte Funktionalitäten
  • unnötige Hooks und Cronjobs

Unsere Empfehlung aus der Praxis: So viele Plugins wie nötig – so wenige wie möglich.

Viele Funktionen lassen sich sauber im Theme oder als gezielte, schlanke Custom-Plugins abbilden, ohne ein weiteres schwergewichtiges Plugin zu installieren. Qualität schlägt Quantität. Auch hierzu haben wir bereits einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Lesetipp:

3. Der Server entscheidet über die Obergrenze

WordPress ist nur so leistungsfähig wie die Umgebung, in der es läuft. Ein günstiges Shared Hosting für 5 Euro im Monat wird bei Traffic-Peaks zwangsläufig an seine Grenzen stoßen. Eine skalierbare Server-Infrastruktur hingegen kann problemlos hunderttausende oder Millionen Besucher verarbeiten.

Wichtige Faktoren sind:

  • PHP-Version (aktuell & performant)
  • ausreichend RAM
  • ausreichend CPUs
  • SSD/NVMe-Festplatten
  • HTTP/2 oder HTTP/3
  • ggf. Lastverteilung (Load Balancer)
  • CDN-Integration (bei internationalem Traffic)

Für stark frequentierte Projekte setzen wir häufig auf:

  • dedizierte Server
  • skalierbare Cloud-Umgebungen

4. Caching ist der Gamechanger

Der größte Performance-Hebel ist professionelles Caching.

Ohne Cache muss WordPress bei jedem einzelnen Seitenaufruf alle Inhalte aus der Datenbank laden. Das geht sehr zu Lasten der Performance.

Mit Caching wird stattdessen eine bereits generierte Version ausgeliefert. Das reduziert die Serverlast massiv. Ein professionelles Cache Setup für Webseiten mit hohem Traffic-Aufkommen setzt sich im besten Fall aus zwei Caching Lösungen zusammen: Einem WordPress Cache und einem Object Cache (Server-seitig). Natürlich gibt es für beide Caching-Varianten verschiedene Lösungen.

WP Rocket

WP Rocket ist eines der leistungsstärksten Caching-Plugins im WordPress-Umfeld. Es bietet unter anderem:

  • Seiten-Cache
  • Browser-Cache
  • GZIP-Komprimierung
  • CSS/JS-Optimierung
  • Lazy Loading
  • Preloading
  • Bild-Komprimierung, z.B. mit Optimus

Redis Object Cache

Noch einen Schritt weiter geht serverseitiges Object Caching, beispielsweise mit Redis.

Redis speichert häufig genutzte Datenbankabfragen im Arbeitsspeicher. Das bedeutet:

  • weniger Datenbankzugriffe
  • schnellere Antwortzeiten
  • deutlich bessere Skalierbarkeit

Gerade bei WooCommerce-Shops oder Mitgliederbereichen ist Redis oft der entscheidende Performance-Booster.

Weitere Faktoren

Natürlich gibt es noch weitere Faktoren, die allerdings allgemein wichtig für eine schnelle Ladezeit sind. Sprich unabhängig von der Traffic Menge. z.B. sollten Bilder immer komprimiert werden. Im besten Fall erfolgt eine Auslieferung als WebP Format.

Traffic ist nicht gleich Traffic

Wichtig ist außerdem: Statische Content-Seiten sind deutlich einfacher zu skalieren als komplexe Webanwendungen. Allein schon, weil sich diese Webseiten vollständig cachen lassen.

E-Commerce Webseiten erzeugen mehr dynamische Prozesse und besitzen mehr Bereiche, die sich nicht in den Cache integrieren lassen. z.B. der Warenkorb und die Kasse. Gleiches gilt auch für interne Bereiche oder Mitgliederbereiche.

Fazit: WordPress kennt keine feste Besuchergrenze

Die Frage „Wie viele Besucher kann WordPress bewältigen?“ ist daher falsch gestellt.

Die richtige Frage lautet: Wie gut ist die Website technisch aufgebaut? WordPress ist kein limitierender Faktor.



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